"Dass es so schnell geht, hätte ich nicht erwartet!"
Emilia Purtscher im Interview mit scra.at!
Emilia Purtscher im Interview mit scra.at!

Emilia Purtscher ist eine der Entdeckungen der laufenden Saison bei der SPG SCR Altach / FFC Vorderland. Die 17-jährige Feldkircherin hat sich zur Stammspielerin gemausert und fährt mit dem Österreichischen U19-Nationalteam zur Europameisterschaft. Im Interview spricht sie über das Cup-Finale, ihre Ziele und den Drang, sich ständig weiterzuentwickeln.
Mit ein wenig Abstand dürfen wir trotz der Finalniederlage auf das bislang wahrscheinlich größte Spiel der SPG SCR Altach / FFC Vorderland zurückblicken. Wie hast du die Eindrücke vom ÖFB Cup-Finale mittlerweile eingeordnet?
Es war eine einzigartige Erfahrung für mich als junge Spielerin sowie das gesamte Team, in einem ÖFB-Cup-Finale spielen zu dürfen. Ich finde die Leistung unseres Teams war gut, wir haben sehr gut dagegengehalten. Wir wussten natürlich, dass wir uns gegen St.Pölten, die eine sehr routinierte Mannschaft haben, nicht viele Fehler erlauben dürfen. Genau durch diese Kleinigkeiten ging das Match dann am Ende auch verloren. Dennoch können wir mit der Leistung zufrieden sein und unser Ziel für nächstes Jahr heißt ganz klar, das erneute Erreichen des Cupfinales.
Du bist als jüngste Spielerin in der Startformation keinem Zweikampf aus dem Weg gegangen. Liegt das in deinem Naturell voranzugehen?
Ja, ich bin schon der Meinung, dass auf meiner Position im zentralen Mittelfeld, Einsatz und Zweikampfhärte sehr gefragt sind. Vor allem gegen Mannschaften wie St. Pölten ist es noch wichtiger die Zweikämpfe ordentlich anzunehmen, um es dem Gegner schwerer zu machen, das eigene Spiel aufzuziehen.
Es war eine einzigartige Erfahrung für mich als junge Spielerin sowie das gesamte Team, in einem ÖFB-Cup-Finale spielen zu dürfen.
Emilia Purtscher
Zwar spielst du nicht mehr für die ÖFB Frauen Akademie, dennoch besuchst du nach wie vor den Unterricht in St. Pölten. Wie ist diese spezielle Situation, wenn du deine Teamkollegin zumeist nur am Wochenende triffst?
Ich habe mich mittlerweile schon daran gewöhnt. Dennoch geht mir das Training in Altach sowie das gesamte Team des Öfteren ab und ich freue mich immer sehr, am Wochenende alle wieder zu sehen.
Bezüglich den Auswärtsfahrten: Ist es eher ein Fluch oder ein Segen, dass du in Niederösterreich stationiert bist?
Es hat Vor-und Nachteile. Klar ist es ein Vorteil für mich, wenn wir ein Auswärtsspiel haben, denn viele Teams liegen eher im östlichen Teil Österreichs, so muss ich von St. Pölten nicht weit hinfahren. Dennoch haben die langen Auswärtsreisen auch ihren Reiz, weil die Busfahrten immer sehr unterhaltsam sind. Ich freue mich auch immer auf die Heimspiele in Altach. Da machen mir die langen Anfahrten auch gar nichts aus, weil die Kulisse bei uns im Stadion schon etwas ganz Besonderes ist.
Wie sieht ansonsten eigentlich dein Alltag im Sportzentrum Niederösterreich aus?
Von Montag bis Donnerstag haben wir in der Regel zweimal am Tag Training. Am Vormittag steht zumeist eine Athletik/Kraft-Einheit auf dem Programm, am Nachmittag dann fußballspezifisches Training auf dem Platz. Am Freitag ist in St. Pölten trainingsfrei, so dass sich hin und wieder das Abendtraining in Altach ausgeht. Zwischen den Trainings habe ich Schule und die Abende nutze ich oft, um mit Freunden etwas zu unternehmen. Dazu gilt es natürlich auch was für die Schule zu tun.
Bei der SPG bist du dieses Jahr absolut gesetzt, in jedem Pflichtspiel bist du zum Einsatz gekommen. Hättest du dir eine solche Entwicklung erwartet, als du dich im vergangenen Sommer entschieden hast, diesen Schritt zu machen?
Ich bin schon mit gewissen Zielen nach Altach gekommen. Für mich war ganz klar, dass ich so viel Spielzeit wie möglich sammeln will. Dass es so schnell geht, sich in die Mannschaft zu spielen, hätte ich aber nicht erwartet. Umso glücklicher bin ich momentan, wenn ich mit den Mädels um Punkte fighten darf.

Die Spielgemeinschaft darf auch kommende Saison auf deine Qualität setzen, dein Vertrag wurde bis 2024 verlängert. Diese Saison stand dein Team im Cup-Finale und beendet die Liga vermutlich auf Platz 3. Welches sind deine nächsten Ziele? Persönlich und als Team?
Persönlich will ich Verantwortung übernehmen und zu einer Führungsspielerin heranreifen. Dazu sehe ich gerade in meinem Offensivverhalten noch viel Potential. Das Ziel ist es einfach, mich in jedem Spiel ein kleines bisschen weiterzuentwickeln und Erfahrung zu sammeln. Als Mannschaft wollen wir wieder ganz vorne mitspielen und nach dem Erlebnis am Montag auch wieder ins Cupfinale.
Deine Auftritte blieben auch beim ÖFB nicht unbemerkt. Erst kürzlich konntest du dich mit der österreichischen U19 zur Europameisterschaft qualifizieren. Mit welchen Erwartungen fährst du zur Endrunde?
Ich hoffe natürlich auf so viele Einsatzminuten wie möglich. Eine EM ist eine einzigartige Erfahrung und ich will jeden Moment aufsaugen. Richtig cool wäre es, wenn wir uns für das Halbfinale qualifizieren könnten – dies wäre gleichbedeutend mit der Qualifikation für die U20-WM-Endrunde 2024.
Auf diese Endrunde werden natürlich auch die großen Teams in Europa blicken. Was wäre deine Traumdestination in der Fußballwelt?
Mein Lieblingsverein ist der FC Barcelona. Außerdem ist es eines meiner Ziele, irgendwann für das Österreichische A-Nationalteam zu spielen.
Zum Abschluss des Interviews etwas Team-internes. Uns ist zu Ohren gekommen, dass man dich beim Training und an den Spieltagen oft mit demselben Handzeichen sieht. Was hat es damit auf sich?
Das kann ich euch leider nicht verraten. Das ist top secret!