Es wäre mehr als verdient gewesen - das Unentschieden im Heimspiel der SPG gegen Ligadominator St. Pölten. Die Vorarlbergerinnen spielten eine herausragende Partie, am Ende kostete eine Nachlässigkeit in der Defensive den schwer erkämpften Punkt.

Das Spitzenspiel in der Planet Pure Frauen Bundesliga wurde seinem Namen gerecht. Ein knapper 2:3 Erfolg stand St. Pölten nach turbulenten 90 Minuten zu Buche. Dabei hatte das Heimteam eigentlich die besseren Möglichkeiten, um selbst mehr Tore zu schießen. Die Niederösterreicherinnen profitierten in allererster Linie von ihrer Effizienz.

Schockmoment nach 52 Sekunden

Ohne Sandra Aloi, welche sich unter der Woche erneut schwer am Knie verletzte, startete unser Team unglücklich in die Partie. Keine Minute war gespielt, da konnten die ganzen Matchpläne bereits wieder über den Haufen geworfen werden. Enzinger wurde in der Box freigespielt und diese traf ins lange Eck zur frühen Führung für St. Pölten (1.). Mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch versuchte unser Team dagegenzuhalten. Richtig eng wurde es in Minute 12 als Linda Natter nur ganz knapp von der Torhüterin abgelaufen wurde, nur eine Zeigerumdrehung die Top-Gelegenheit zum Ausgleich: Eileen Campbell bediente Anna Bereuter im Fünfer, Anna grätschte die Kugel Zentimeter am Tor vorbei (13.). Anstatt 1:1 stand es nur wenige Augenblicke später 0:2: Eine abgerissene Flanke von Fuchs konnte Voll nicht entschärfen (14.) – eine äußerst unglückliche Anfangsviertelstunde.

Verdienter Anschlusstreffer

Spielerisch zeigte die SPG, dass sie zurecht als erster Verfolger in die Partie gegen St. Pölten gegangen ist. Nächster Beweis Minute 22: Linda Natter entschied das Sprintduell gegen eine Verteidigerin für sich, ihr Abschluss von der Strafraumkante aus fiel allerdings zu harmlos aus. Wieder nur 120 Sekunden später klopften erneut die Gastgeberinnen an: Eileen Campbell zog erneut mit Tempo in die Box, ihre Ablage konnte gerade noch so eben entschärft werden. In der 29. Minute dann der überfällige Anschlusstreffer: Linda Natter hielt die Kugel auf der linken Seite im Spiel, ihre Flanke gelangte via Torhüterin Palmen zu Campbell, welche per Dropkick ihren 7. Saisontreffer markierte. Dem Serienmeister war nach dem 1:2 bewusst, dass es mit Halbgas nicht für den Sieg reichen würde. In Form von Mädl schaltete SKN wieder einen Gang hoch, eine Klasse Parade von Voll verhinderte den dritten Einschlag (30.). Auch die nächste Chance verbuchte wieder der Serienmeister: Eder befand sich schon alleine vor Voll, ehe Müller mit einem sensationellen Tackling die Chance zu Nichte machte. Fünf Minuten vor Ende der ersten Spielhälfte fand St. Pölten noch eine exquisite Freistoßgelegenheit vor: Enzinger ließ die Möglichkeit aus 17 Metern aber kläglich liegen (41.).

Es tut verdammt weh. Wir waren noch nie so nah dran!

Verena Müller, Kapitänin

Mit Feuer aus der Kabine

Gewillt zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte etwas Zählbares gegen SKN mitzunehmen, kam unser Team engagiert zurück auf das Feld: Olsen wurde in Minute 48 erstmals aus der Distanz vorstellig. So richtig konkret wurde es dann in Folge auf beiden Seiten nicht, St. Pölten verschwendete erneut einen Freistoß (52.), Olsen versuchte es wiederum aus großer Entfernung (61.). Nach diesem kurzen Durchatmen nahm das Spiel aber wieder an Fahrt auf! In Minute 64 forderte die SPG einen Strafstoß, nachdem Kofler im Sechzehner zu Fall gebracht wurde. Dieser wurde verwehrt jedoch der Ausgleich gelang unserem Team dennoch: Horvat klärte den Ball, Torfrau Palmen grätschte allerdings an der Kugel vorbei, sodass Natter von außerhalb des Strafraumes aus spitzem Winkel den viel umjubelten 2:2 Treffer erzielen konnte.

Nachspielzeit dieses Mal contra SPG

Den Punkt versuchte Bernhard Summer nun in der CASHPOINT Arena zu behalten, folgerichtig die Einwechslung von Defensivallrounderin Kirchmann. Jedoch offensiv präsenter zeigte sich nach wie vor Altach / Vorderland: Linda Natter mit der nächsten guten Einschussgelegenheit innerhalb des Sechzehner – knapp drüber (84.). Jedoch St. Pölten sollte an diesem Vormittag nicht nur besonders früh, sondern auch extrem spät treffen: Mit der letzten Aktion des Spiels bezwang Schumacher Voll im Eins-gegen-Eins und sorgte für einen glücklichen Erfolg der Niederösterreicherinnen (90.+3). Dem Treffer ging ein Abstimmungsproblem in der Altacher Defensive voraus, was den Schlusspunkt umso bitterer gestaltete.

Freud und Leid liegt im Fußball bekanntlich eng zusammen: Konnte man am vorletzten Spieltag noch in der Nachspielzeit den Sieg fixieren, gab es nun zu Hause nach Ablauf der regulären Spielzeit diese bittere Pille zu schlucken. Nichtsdestotrotz zeigte die SPG Altach / Vorderland eine grandiose Vorstellung und unterstrich damit erneut, in welche Richtung sich der Vorarlberger Frauenfußball entwickeln wird.

SPG SCR Altach / FFC Vorderland vs. SKN St. Pölten 2:3 (1:2)
Sonntag, 23.10.2022, 11:00 Uhr
CASHPOINT Arena, 972 Zuschauer

Tore: 0:1 Enzinger (1.), 0:2 Fuchs (14.)., 1:2 Campbell (29.), 2:2 Natter (65.)., 2:3 Schumacher (90.+3)


AKA Vorarlberg/FFC Vorderland – SKN St.Pölten II 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Dür (17.), 1:1 Yanieva (55.)