Den Weg konsequent fortführen
Interview mit dem Sportlichen Leiter der SCRA Juniors - Markus Podhradsky.
Interview mit dem Sportlichen Leiter der SCRA Juniors - Markus Podhradsky.

Seit vergangenem Sommer trägt Markus Podhradsky die sportliche Verantwortung bei den SCRA Juniors. Im Interview spricht er über den Aufstieg in die Eliteliga, den Trainerwechsel und Zukunftspläne.
Markus, für dich ist das Sportjahr 2022 ein äußerst erfolgreiches geworden: Der SCR Altach hielt die Klasse, mit den Juniors gelang der Aufstieg und dein Herzensclub AC Mailand konnte nach elf Jahren wieder die Meisterschaft feiern. Gab schon schlechtere Jahre, oder?
Das stimmt, in meiner Rolle als Funktionär aber auch als Fan war die zurückliegende Saison eine sehr schöne. Etwas überrascht war ich schon, dass Milan tatsächlich nach 11 Jahren den Scudetto holen konnte, obwohl sie natürlich schon die Saison davor um die Meisterschaft mitgespielt haben. Auch nicht erwartet habe ich – ehrlich gesagt – den Aufstieg meiner Juniors Mannschaft. Vom Klassenerhalt unseres Bundesligateams war ich hingegen immer felsenfest überzeugt, auch wenn es bis zur 95. Minute spannend gewesen ist.
Wie groß war bei dir persönlich die Erleichterung, als es nach dem Spiel gegen Bizau feststand, dass man eine Liga raufgeht?
Natürlich ist einiges abgefallen, auch wenn wir an diesem Nachmittag die Unterstützung des FC Hard gut gebrauchen konnten. Dennoch sehe ich es nicht als selbstverständlich an, dass wir als junges Team den Sprung in die Eliteliga geschafft haben.
Blicken wir zurück auf deine erste Saison in dieser Funktion. Als sportlicher Leiter bist du Hauptverantwortlicher für die Kaderzusammenstellung. Wie gut ist es dir gelungen, ein Mannschaftsgefüge zusammenzustellen, wenn man an die Mischung aus Amateur- und Profispielern denkt?
Da möchte ich zuerst meinem Vorgänger Rudi Gussnig und dem ehemaligen Trainer Cetin Batir meinen Dank aussprechen, welche im vergangenen Sommer gemeinsam mit mir an der Kaderzusammenstellung maßgeblich beteiligt gewesen sind. Es war keine einfache Aufgabe, die Spieler mit dem meisten Potential aus unserer U18 Mannschaft herauszufiltern und in den Erwachsenenfußball einzugliedern. Aber ich denke, wir haben hier schlussendlich ein glückliches Händchen bewiesen. Auch was die Transfers von auswärtigen Spielern betrifft, können wir positiv bilanzieren. Zusammen mit den Profispielern, welche zu uns dazugestoßen sind, ist über die Saison eine Einheit zusammengewachsen. Auch wenn ein Profi nur für ein Spiel bei uns agierte, wie zum Beispiel Philipp Netzer, waren immer alle mit vollem Einsatz am Werk.
Ich sehe es nicht als selbstverständlich an, dass wir als junges Team den Sprung in die Eliteliga geschafft haben.
Markus Podhradsky, Sportlicher Leiter SCRA Juniors

Ein Hauptkritikpunkt vieler Mannschaften aus der Vorarlbergliga an den Juniors ist der oftmals unberechenbare Kader. Was entgegnest du diesen Kritikern?
Dieses Thema ist in der Liga omnipräsent und auch häufig ein Diskussionspunkt mit den gegnerischen Mannschaften. Dazu möchte ich grundsätzlich sagen, dass nicht nur der SCR Altach eine zweite Mannschaft stellt. Eine zweite Mannschaft ist eben genau dazu da, um Spielern, welche im 1. Team nicht zum Zug kommen, Spielzeit zu ermöglichen. Da geht es in aller erster Linie um die Entwicklung von Talenten. Generell gibt es auch gegen unsere Altacher Juniors nur sechs Punkte zu holen, und sollten diese sechs Punkte am Ende wirklich den Ausschlag geben, so sehe ich ganz sicher nicht den Schwarzen Peter bei meiner Mannschaft. Meistens erhalten wir aber ohnehin Verständnis bei den Verantwortlichen.
Der Aufstieg ist fixiert, daher erübrigt sich ja diese Thematik in der Vorarlbergliga ohnehin von selbst. Was bedeutet der Aufstieg in die Eliteliga für euch aus sportlicher Sicht?
Es wird bestimmt eine interessante Aufgabe für die Jungs. Eine noch größere Herausforderung als die Vorarbergliga schon dargestellt hat. Die jungen Spieler müssen den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen, um in dieser Liga mitzuhalten. Unser Ziel ist es eine gute Figur in der Eliteliga abzugeben. Unser Trainerteam wird die nötige Geduld mitbringen und die jungen Spieler weiterbringen. Auch für die Profispieler ist es sicherlich von Vorteil, wenn sie ihre Juniorsspiele in der dritthöchsten Spielklasse absolvieren können. Da kann sich definitiv keiner zurücklehnen.

Mit Louis Mahop geht man mit einem neuen Cheftrainer in die Saison 2022/23. Was hat den Ausschlag gegeben, dass man sich für Louis entschieden hat?
Für Louis ist es wichtig, den nächsten Schritt in seiner Trainer-Entwicklung zu setzen. Gemeinsam mit Philipp Netzer, welcher den Posten des Co-Trainers übernehmen wird, sind wir im Trainerteam sehr gut aufgestellt. Ich schätze beide menschlich sehr und die sportliche Kompetenz ist unbestritten. Dabei möchte ich aber auch erwähnen, dass es eine Entscheidung für Louis war und keine gegen Mathias Mayer, der seine Aufgabe in Altach sehr professionell und mit viel Leidenschaft angegangen ist. Ihm gebührt ein wichtiger Anteil, am letztlich geglückten Aufstieg.
Ein Startplatz in der höchsten Vorarlberger Spielklasse ist natürlich ein Anreiz junge, qualitativ-hochwertige Spieler zu akquirieren. Wie weit sind die Planungen für die kommende Saison bereits fortgeschritten?
Wir werden auch nach dem Aufstieg konsequent unseren Weg mit jungen regionalen Spielern verfolgen. Somit sind unsere Planungen weit fortgeschritten, der Großteil des Teams bleibt bestehen. Auch einige Neuzugänge konnten wir bereits verpflichten. Diese werden wir dann zum Trainingsstart bekanntgeben.
Wir werden auch nach dem Aufstieg konsequent unseren Weg mit jungen regionalen Spielern verfolgen.
Markus Podhradsky
Zwei Kicker stachen in der abgelaufenen Saison besonders heraus: Mario Stefel im Herbst und Lukas Parger im Frühling. Wer war für dich der Spieler dieser Spielzeit?
Ja, diese zwei stachen vor allem durch ihre Torgefahr heraus, aber eigentlich möchte ich nicht einen Spieler extra hervorheben. Spieler der Saison ist für mich die Mannschaft. Nur gemeinsam konnten wir das Ziel Aufstieg erreichen. Insbesondere die jungen Spieler haben sich wirklich toll entwickelt. Aber es gehören bekanntlich weit mehr als die Akteure auf dem Feld zum Team dazu: auch abseits des Platzes wurde optimal gearbeitet. Ich danke jeder und jedem, welche diese Saison möglich gemacht haben.