„Ein komplett neues Kapitel”: Damen-Cheftrainer Leandro Simonelli im Interview
Im Interview spricht der neue Cheftrainer über seine bevorstehende Aufgabe im Rheindorf.
Im Interview spricht der neue Cheftrainer über seine bevorstehende Aufgabe im Rheindorf.

Die SCR Altach Frauen starten bereits in wenigen Wochen mit einem neuen Cheftrainer in die Sommervorbereitung. Nach dem Abschied von Bernhard Summer übernimmt nun Leandro Simonelli das Team. Um mehr über Leandro zu erfahren, haben wir mit ihm über sich und die bevorstehende Aufgabe gesprochen. Im Interview spricht der 53-Jährige über die Infrastruktur des Vereins, seine Pläne und das Potenzial der Mannschaft.
Stell dich doch einmal kurz vor – wer bist du und wie würdest du dich selbst beschreiben?
„Vorerst möchte ich mich beim SCR Altach für das Vertrauen bedanken. Ich freue mich riesig auf die bevorstehende Herausforderung und kann den Trainingsstart mit dem Team kaum erwarten. Ich bin Leandro Simonelli, gebürtiger Brasilianer mit italienischer Doppelstaatsbürgerschaft. Genau am heutigen Tag, dem 11. Juni, bin ich 53 Jahre alt geworden. Ich bin verheiratet und lebe bereits seit 1999 in Österreich. Sich selbst zu beschreiben, ist ja immer etwas schwierig, das überlasse ich eigentlich lieber anderen. Aber wenn ich es tun müsste, würde ich sagen, dass ich ein sehr gefühlvoller, aber gleichzeitig auch ein sehr ehrlicher und direkter Mensch bin.“
Du warst bereits 2019 beim FFC Vorderland tätig. Wie fühlt es sich an, jetzt quasi zurückzukehren?
„Um ehrlich zu sein, kann man das gar nicht miteinander vergleichen – von einer klassischen Rückkehr kann man also nicht wirklich sprechen. Das sind zwei völlig unterschiedliche Welten. Was hier in Altach inzwischen aufgebaut wurde, ist mit damals überhaupt nicht mehr vergleichbar. Die gesamte Infrastruktur und die Möglichkeiten, die uns hier zur Verfügung stehen, spielen in einer ganz anderen Liga. Deshalb sehe ich das nicht als Rückkehr, sondern vielmehr als ein komplett neues Kapitel.“

Was hat dich am Projekt SCR Altach Frauen besonders überzeugt?
„Mich hat vor allem dieses langfristige Projekt und das durchdachte Konzept überzeugt, welches mir in mehreren Gesprächen von der sportlichen Leitung präsentiert wurde. Die Infrastruktur, die den Spielerinnen hier geboten wird, ist erstklassig, und das schätze ich sehr. Zudem sehe ich in dieser Mannschaft ein großes Potenzial. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam viel erreichen können – und genau diese Herausforderung ist mein größter Reiz bei dieser Aufgabe.“
Du bringst viel Erfahrung im Frauenfußball mit – was fasziniert dich besonders an der Herausforderung Bundesliga?
„Mich fasziniert die tägliche Aufgabe, dass wir uns ständig weiterentwickeln und dazulernen müssen, um in der höchsten Spielklasse Österreichs mitzuhalten. Generell ist die gesamte Entwicklung der Bundesliga extrem spannend. Sei es durch den ÖFB oder die Vereine selbst – die Professionalisierung im Frauenfußball geht schnell voran, und es ist eine tolle Herausforderung, ein aktiver Teil dieser Entwicklung sein zu dürfen.“
Für welche Art von Fußball möchtest du mit deiner Mannschaft stehen?
„Ich möchte, dass wir einen sehr dynamischen und mutigen Offensivfußball auf den Platz bringen. Unser Ziel ist es, attraktiven Fußball zu spielen, der sowohl den Spielerinnen Spaß macht als auch die Fans begeistert.“
Worauf legst du als Trainer – sowohl auf als auch neben dem Platz – besonders Wert?
„Für mich stehen Werte wie Respekt, der Umgang untereinander, Ehrlichkeit, Transparenz und eine offene Kommunikation an oberster Stelle. Das gilt für die Arbeit auf dem Platz genauso wie für das Leben abseits des Platzes. Diese Werte sind das Fundament, dass ein Team als Einheit funktioniert und auch langfristig erfolgreich sein kann.“
Was können die Fans in der kommenden Saison von der Mannschaft erwarten?
„Unsere Fans können eine Mannschaft erwarten, die hungrig, neugierig und selbstbewusst auftritt. Vor allem aber wird da ein Team auf dem Platz stehen, das niemals aufgibt und bis zur letzten Minute alles gibt. Schon in meinen ersten Gesprächen mit den Spielerinnen habe ich sofort gespürt, wie stolz sie darauf sind, das Altach-Trikot tragen zu dürfen.
Das möchte ich auch gleich als Appell an unsere Fans nutzen: Kommt zu unseren Spielen und unterstützt die SCR Altach Frauen! Die Mädchen freuen sich über jeden einzelnen Fan, der im Stadion vorbeischaut und sie von den Rängen aus pusht.“