1. Die Damenmannschaft überwintert auf Tabellenrang drei. Wie beurteilst du diese Ausgangslage für die Rückrunde?

Unser großes Ziel ist es natürlich, die Meistergruppe zu erreichen. Die Ausgangslage dafür ist natürlich gut, allerdings wird das kein Spaziergang. Sturm Graz liegt nur einen Punkt hinter uns und auch der fünftplatzierte Salzburg ist mit nur vier Punkten Rückstand noch sehr nahe dran. In der Rückrunde warten unter anderem mit St. Pölten und der Vienna mehrere Teams auf uns, die um die vorderen Plätze kämpfen und qualitativ sehr stark sind.
 

2. Du hast die ersten Einheiten mit der Mannschaft bereits hinter dir: Welche Eindrücke konntest du dabei sammeln?

In unseren ersten beiden Einheiten ging es vor allem um ein erstes Kennenlernen. Natürlich braucht das alles noch etwas Zeit, dennoch bin ich vom ersten Eindruck sehr überzeugt. Die Mannschaft wirkt charakterlich sehr gefestigt, verfügt über viele gute Spielerinnen und insgesamt war dieser erste Eindruck wirklich top.
 

3. Welche Stärken des Teams sind dir bereits aufgefallen – sowohl aus dem ersten Training als auch aus der Hinrunde?

Aus den bisherigen Trainingseinheiten kann ich noch nicht allzu viel ableiten, da wir bisher nur wenige Einheiten gemeinsam hatten. Die Mannschaft kenne ich jedoch aus der Hinrunde sehr gut, da ich sie selbstverständlich verfolgt habe. Sie hat dort sehr stark performt – anders lässt sich ein dritter Tabellenplatz auch nicht erklären.
Ich bin jedoch der klaren Meinung, dass in diesem Team noch mehr Potenzial steckt. Wir versuchen nun schrittweise eine etwas andere Spielanlage zu implementieren, um das gesamte Potenzial auszuschöpfen.
 

4. Rückblickend auf deine erste Amtszeit in dieser Rolle: Die Mannschaft ist heute deutlich jünger als damals – inwiefern beeinflusst das deine Herangehensweise?

Ja, die Mannschaft ist deutlich jünger als bei meiner ersten Amtszeit. Das sehe ich allerdings nicht als Nachteil. Natürlich fehlt bei jungen Spielerinnen teilweise noch etwas Erfahrung, das steht außer Frage. Der große Vorteil ist jedoch, dass jüngere Spielerinnen meist mehr Entwicklungspotenzial mitbringen.
Ich kann meine Spielweise und meine Spielidee besser in ihre Köpfe bringen. Bei Spielerinnen, die schon sehr lange Fußball spielen, sind gewisse Abläufe oft stärker verankert und es ist manchmal schwierig, Platz für Neues zu schaffen. Deshalb sehe ich das junge Alter der Mannschaft insgesamt eher als Vorteil denn als Nachteil.
 

5. Welche Schwerpunkte möchtest du in den kommenden Trainingswochen setzen, um die Mannschaft bestmöglich auf die Rückrunde vorzubereiten?

Ein ganz wichtiger Punkt ist für uns, das Spiel ein wenig zu adaptieren. Wir wollen nicht alles auf den Kopf stellen, aber den Fokus stärker auf eine flache Spieleröffnung legen und uns fußballerisch durch das Mittelfeld kombinieren. Auch im Angriffsdrittel möchten wir vermehrt flach agieren.
In den Trainingseinheiten arbeiten wir zudem daran, auf engem Raum Ruhe am Ball zu bewahren, cool zu bleiben und eine hohe Pressing-Resistenz zu entwickeln. Ich bin überzeugt, dass uns das nicht nur im Spielaufbau, sondern auch in der Spielfortsetzung enorm helfen wird.

 

6. Gibt es bereits festgelegte Ziele für die Rückrunde, die mit der Mannschaft erreicht werden sollen?

Ich bin grundsätzlich kein großer Freund davon, konkrete Tabellenplätze als Ziel auszugeben. Dennoch haben wir natürlich klare Ziele definiert. Das große Ziel ist es, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen – der Tabellenplatz ergibt sich dann am Ende von selbst.
 

7. Du hast mit Marina Sprecher nun eine neue Co- und Athletiktrainerin an deiner Seite. Wie ergänzt sie dich im Trainerteam, und was bringt sie besonders ins Training ein?

Mit Marina habe ich eine Co- und Athletiktrainerin an meiner Seite, die extrem viele Bereiche abdeckt, vor allem in Bezug auf Athletik und Belastungssteuerung. Das sind im modernen Fußball sehr wichtige Themen, und in diesem Bereich ist Marina eine absolute Fachfrau. Ich bin überzeugt, dass nicht nur ich, sondern die gesamte Mannschaft von ihren Trainingseinheiten profitieren wird. Umgekehrt denke ich auch, dass Marina sowohl von den Spielerinnen als auch von mir im fußballerischen Bereich profitieren kann. Insgesamt ergänzen wir uns sehr gut, und ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit ihr.