Von 2014 bis 2019 war Andreas Lukse Spieler des SCR Altach. Bis heute ist der Tormann der erste und einzige Spieler der Rheindörfler, der für das österreichische Nationalteam auflaufen durfte. Nach seinem Karriereende besucht er am Sonntag das Heimspiel des SCRA gegen seinen letzten Verein, den FC Blau-Weiß Linz. Wir haben vorab mit ihm gesprochen.

Vor einigen Wochen hast du deine aktive Karriere beendet. Wie fühlt sich der Übergang vom Profi-Fußball in einen neuen Lebensabschnitt aktuell für dich an?
Grundsätzlich habe ich im Dezember mein Karriereende öffentlich gemacht. Für mich persönlich habe ich aber eigentlich schon im Sommer damit abgeschlossen. Der Übergang war Gott sei Dank sehr reibungslos, weil ich seit dem Sommer bei der Admira als Tormanntrainer Fuß fassen konnte und dort seit meinem Karriereende gut ausgelastet bin. Ich blühe in meinem neuen Job sehr auf.

Wie verfolgst du den Fußball aktuell – eher als entspannter Beobachter oder juckt es manchmal noch in den Fingern, selbst am Platz zu stehen?
Schon eher als entspannter Beobachter. Aber dadurch, dass ich selbst bei einem Zweitligaverein angestellt bin, bin ich auch regelmäßig bei der Admira im Stadion. Ich muss ehrlich sagen: Manchmal juckt es mich doch, vor allem bei schönem Wetter oder bei coolen Spielen, selbst auf dem Platz zu stehen. Aber überraschenderweise fehlt es mir nicht so sehr wie befürchtet.

Du hast fünf Jahre das Trikot des SCR Altach getragen. Welche Erinnerungen kommen dir als Erstes in den Sinn, wenn du heute an deine Zeit in Altach zurückdenkst?
In erster Linie die erfolgreiche Zeit mit Altach, in der ich auch in das Nationalteam einberufen wurde und mein erstes und einziges Länderspiel absolvieren durfte. Die Europacup-Reisen mit Altach waren ebenfalls unvergesslich. Und auf privater Ebene ist es die Geburt meiner Tochter in Dornbirn, die mir als Erstes in den Sinn kommt.

Gibt es einen besonderen Moment oder ein Spiel beim SCR Altach, das für dich rückblickend eine besondere Bedeutung hat?
Das Spiel, das mir sofort in Erinnerung kommt, ist das Auswärtsspiel in Guimarães, das 4:1. Ich glaube, da haben wir einen Glanzpunkt in der Geschichte des SCR Altach gesetzt. Außerdem das letzte Heimspiel 2016, als Canadi zu Rapid gewechselt ist und wir Rapid im letzten Heimspiel des Jahres mit 3:1 besiegen konnten und damit Winterkönig waren. Das ist, glaube ich, einzigartig in der Geschichte des SCR Altach.

Dein letzter Verein war der FC Blau-Weiß Linz, nun triffst du am Sonntag als Zuschauer auf zwei Klubs, die dich geprägt haben. Mit welchen Gefühlen gehst du in dieses Spiel? Und was für ein Spiel erwartest du?
Grundsätzlich gehe ich mit ganz entspannten Gefühlen in das Match. Natürlich war Altach sportlich und privat meine erfolgreichste Zeit. Blau-Weiß Linz war dann mein letzter Arbeitgeber und mein letzter Profiverein. Ich habe dort auch zwei schöne Jahre verbracht, aber das kann man natürlich nicht vergleichen. Ich werde beide Vereine immer im Herzen behalten. Ich denke, dass Altach – auch aufgrund des Cupsiegs – leichter Favorit ist und dass Blau-Weiß Linz aufgrund der Tabellensituation unter Druck steht. Am Ende des Tages gehe ich davon aus, dass sich beide Vereine im unteren Play-off noch ein drittes und viertes Mal gegenüberstehen werden. Für beide geht es einzig und allein darum, die Liga zu halten und sich weiterhin in der Liga zu etablieren. Vor allem für Blau-Weiß Linz, da sie erst im dritten Jahr in der Liga sind.

Du wirst beim Heimspiel in Altach im Stadion sein. Wie speziell ist es für dich, wieder an diesen Ort zurückzukehren?
Es ist immer speziell, nach Altach zurückzukehren. Ich freue mich auf die ganzen Leute, die man wieder trifft. Ich freue mich auch auf den neuen VIP-Club, den ich noch nicht kenne. Ich war ja trotzdem schon als Gegner mit Blau-Weiß Linz das ein oder andere Mal wieder in Altach. Es ist einfach schön zu sehen, dass sich infrastrukturell so viel getan hat – sei es beim Trainingscampus, beim VIP-Club oder bei den Trainingsplätzen. Das war zu meiner Zeit zwischen 2014 und 2019 doch noch etwas anders. Es ist einfach schön, Teil dieser Entwicklung gewesen zu sein, zu sehen, wie alles gewachsen ist, und dass sich der Verein nach wie vor in die richtige Richtung bewegt.

08.02.2026 | 14:30 Uhr | Stadion Schnabelholz