Der SCR Altach steht im Halbfinale
Erstmals in seiner Vereinsgeschichte bestreitet der SCR Altach ein Halbfinale im UNIQA ÖFB Cup.
Erstmals in seiner Vereinsgeschichte bestreitet der SCR Altach ein Halbfinale im UNIQA ÖFB Cup.

Der Sportclub Rheindorf Altach hat Vereinsgeschichte geschrieben. Nach 120 intensiven und leidenschaftlichen Minuten setzte sich die Mannschaft von Ognjen Zarić im Viertelfinale des UNIQA ÖFB Cups mit 3:1 nach Verlängerung gegen den amtierenden Meister SK Sturm Graz durch und erreichte damit erstmals das Cup-Halbfinale.
Vor dem Anpfiff standen zwei ehemalige Altacher im Mittelpunkt: Fabio Ingolitsch und Paul Koller wurden von den Fans im Schnabelholz mit großem Applaus verabschiedet. Mit dem Anpfiff war es jedoch rasch vorbei mit der Gastfreundschaft. Der SCRA präsentierte sich von Beginn an als aktivere und zielstrebigere Mannschaft, ohne in der Anfangsphase zwingende Torchancen vorzufinden.
Nach rund 30 Minuten musste Cheftrainer Ognjen Zarić in seinem ersten Spiel an der Seitenlinie bereits verletzungsbedingt wechseln: Ousmane Diawara konnte nicht weitermachen, Marlon Mustapha übernahm seine Position im Sturmzentrum. Die Altacher Feldüberlegenheit nahm in der Folge weiter zu. In der 40. Minute wurde diese erstmals richtig gefährlich, als Toptorjäger Patrick Greil aus guter Position an Sturms Schlussmann Daniil Khudyakov scheiterte. Nur Sekunden später parierte der Grazer Keeper auch einen Abschluss von Yann Massombo stark. Trotz klarer Vorteile für den SCRA ging es torlos in die Pause.

Greil trifft nach Elfmeter-Nachschuss
Keine fünf Minuten nach Wiederanpfiff brandete erstmals Jubel im Schnabelholz auf. Kapitän Lukas Jäger war im Strafraum von Otar Kiteishvili klar am Bein getroffen worden, der Schiedsrichter entschied folgerichtig auf Elfmeter. Patrick Greil scheiterte zunächst an Khudyakov, verwertete den Nachschuss jedoch souverän zur verdienten 1:0-Führung (51.).
Der Treffer wirkte dann zunächst allerdings wie ein Weckruf für die Gäste. Sturm kam nun besser ins Spiel: Dejan Stojanovic musste sich zunächst bei einem Kopfball von Malone auszeichnen, wenig später strich ein Horvat-Freistoß knapp am langen Eck vorbei. Auf der Gegenseite blieb Altach gefährlich – erneut war es Greil, der Aiwu den Ball abnahm und Khudyakov zu einer weiteren starken Parade zwang.
Ausgleich und Platzverweis
Nach gut einer Stunde meldete sich der SCRA wieder offensiv zu Wort: Yann Massombo setzte sich energisch durch, scheiterte jedoch erneut am gut reagierenden Sturm-Torhüter. Im direkten Gegenzug jubelten dann die Grazer. Stojanovic parierte zunächst einen Abschluss von Hödl, beim Nachschuss von Kayombo war er allerdings machtlos – 1:1 (71.).
In der 79. Minute schwächte sich Sturm selbst: Tim Oermann ging in einem Kopfballduell mit Marlon Mustapha zu ungestüm zu Werke und sah die Gelb-Rote Karte. Für Mustapha war die Partie ebenfalls beendet, er wurde durch Srdjan Hrstic ersetzt. In Überzahl drängte Altach in der Schlussphase auf die Entscheidung, zweimal tauchte Massombo gefährlich vor Khudyakov auf, ließ jedoch die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen. Da in der regulären Spielzeit keine weiteren Treffer fielen, ging die Partie in die Verlängerung.
Doppelschlag in der Verlängerung
Zu Beginn der Overtime brachte der SCRA mit Moritz Oswald und Anteo Fetahu frische Kräfte, Vesel Demaku und Yann Massombo hatten nach 90 Minuten Feierabend. In Minute 100 hatte Fetahu bereits die Führung auf dem Fuß, sein scharfer Abschluss vom Strafraumrand verfehlte das Ziel nur hauchdünn.
Kurz darauf schlug Altach dann eiskalt zu. In der 104. Minute köpfte Srdjan Hrstic nach butterweicher Flanke von Mohamed Ouedraogo aus kurzer Distanz zum 2:1 ein. Nur Augenblicke später war Hrstic erneut entscheidend beteiligt, als er Patrick Greil mustergültig freispielte. Der Torjäger ließ sich nicht zweimal bitten und stellte mit seinem zweiten Treffer des Abends auf 3:1 (105.).
Für Sturm kam es in der Schlussphase noch dicker: Torhüter Khudyakov konnte verletzungsbedingt nicht mehr weitermachen, da das Wechselkontingent ausgeschöpft war, musste Feldspieler Jusuf Gazibegovic für die letzten Minuten zwischen die Pfosten. In doppelter Unterzahl hatten die Grazer dem SCRA nichts mehr entgegenzusetzen.
So durften die Zuschauer im Schnabelholz einen historischen Erfolg bejubeln: den erstmaligen Einzug des SCR Altach ins Halbfinale des UNIQA ÖFB Cups.
Die anschließende Auslosung ergab, dass der SCR Altach im Halbfinale auf den FC Red Bull Salzburg trifft. Die Halbfinalspiele werden am 3., 4. oder 5. März ausgetragen.
SCR Altach vs. SK Sturm Graz 3:1 n.V. (0:0)
Sonntag, 01.02.2026, 17:30 Uhr
Stadion Schnabelholz
Tore: 1:0 Greil (51.), 1:1 Kayombo (71.), 2:1 (104.), 3:1 Greil (105.)
Gelb-Rot: Oermann (79.)