Nach drei Trainingstagen bestritt der SCR Altach am Samstagnachmittag sein erstes Testspiel im neuen Jahr. Noch mit Atdhe Nuhiu an der Seitenlinie – der neue Cheftrainer Ognjen Zaric war heute noch als Beobachter vor Ort – unterlagen die Rheindörfler am Ende mit 1:2. Gespielt wurden insgesamt 120 Minuten (4x30). 

Der SCR Altach war in der Anfangsphase die spielbestimmende Mannschaft und kam nach nicht einmal drei Minuten auch erstmals gefährlich in den Luzerner Strafraum. Ousmane Diawara, der am zweiten Pfosten freigespielt worden war, durfte aber nicht mehr abschließen, da das Schiedsrichtergespann zuvor eine Abseitsstellung gesehen hatte. Luzern spielte nach acht Minuten erstmals einen Konter gut aus. Bei Di Giustos Distanzschuss musste Dejan Stojanovic zulangen, bestand die erste Bewährungsprobe im neuen Jahr souverän. 

Greil bringt Altach in Führung

In Führung ging folgerichtig auf eine aktive Anfangsphase der SCRA: Eine Kombination über mehrere Stationen vollendete Patrick Greil zum 0:1 (16.). Die Rheindörfler hatten auch in der Folge mehr vom Spiel und schnürten die Luzerner weitestgehend in der eigenen Hälfte ein. Nach 22 Minuten dann allerdings eine Schrecksekunde aus Altacher Sicht. Nach einem missglückten Greil-Rückpass konnte sich Dejan Stojanovic nur noch mit einem Foul helfen, der Schiedsrichter zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Stojanovic blieb im Duell gegen Di Giusto aber Sieger, erriet die Ecke und verhinderte den Ausgleich. 

Wyss gleicht aus

In Minute 25 sollte der dann aber fallen –Sandro Wyss schlenzte den Ball aus gut 20 Metern zum 1:1 ins Netz. Luzern hatte in dieser Phase das Kommando übernommen und war gegen Ende des ersten Viertels einem Treffer näher. Auf der Gegenseite versuchte es Fetahu noch einmal aus der Distanz, Pascal Loretz agierte aber souverän und es ging mit dem ausgeglichenen Spielstand erstmals zu den Trainerbänken, wo fünf Minuten Pause gemacht wurden. 

Nach dem ersten Seitenwechsel kehrten dann erstmal beide Teams personell unverändert auf den Platz zurück. Die erste sehenswerte Aktion fabrizierte  Anteo Fetahu, der gleich vier Luzerner Verteidiger austeigen ließ, beim Abschluss aber aus dem Gleichgewicht kam. Insgesamt waren die zweiten 30 Minuten im Spiel aber deutlich Highlight-Ärmer als die ersten und so wurde nach genau einer Stunde ohne weitere nennenswerte Szene beim Stand von 1:1 ein weiteres Mal die Seiten getauscht. 

10 Wechsel zur Halbzeit

Die Halbzeit zur Stundenmarke nutzten dann beide Teams, um fast vollständig durchzugwechseln. Beim SCR Altach kehrte lediglich Mohamed Ouedraogo aufs Feld zurück. Seine etatmäßige Vertretung auf der linken Schiene – Leonardo Lukacevic – stand heute nicht im Aufgebot, da ein Transfer im Raum steht und er für Gespräche freigestellt wurde. 

Auf dem Feld stand dafür ein Testspieler. Niklas Lang, der normalerweise für den Mattersburger SV auf Torjagd geht und sich bereits in der zurückliegenden Woche im Training zeigen durfte, verbuchte dann auch den ersten Abschluss zu Beginn der zweiten 60 Minuten, Luzerns Schlussmann war allerdings zur Stelle. Besonders erfreulich: Alexander Gorgon feierte nach etwa zweimonatiger Verletzungspause sein Comeback.  

72 Minuten standen bereits auf der Uhr, als der FC Luzern zwei Riesenchancen vergab. Zunächst konnte Lukas Jäger in höchster Not gegen Ex-Altacher Adrian Grbic klären, dann zeichnete sich Daniel Antosch mit einer ganz starken Parade gegen Vasovic aus. Antosch machte generell eine gute Figur und ging wenige Sekunden später erneut als Sieger aus einem 1:1-Duell mit Vasovic heraus. Luzern kontrollierte in dieser Phase das Spielgeschehen, den Altachern waren die vielen Wechsel deutlich mehr anzumerken. Außerdem wurde womöglich auch schlagend, dass die Eidgenossen in ihrer Wintervorbereitung schon deutlich weiter sind – geht die Schweizer Super League doch bereits am kommenden Wochenende weiter. 

Vasovic bringt Luzern in Front

Nach 87 belohnte sich der FC Luzern für die Feldüberlegenheit mit dem 2:1. Vasovic wurde im Sechzehner freigespielt und vollendete in die lange Ecke. Mit dem knappen Rückstand aus Altacher Sicht wurden dann ein letztes Mal die Seiten getauscht. Mit Timo Müller (16 Jahre alt) und Nemanja Krstovic (17 Jahre alt) kamen dann für die letzte halbe Stunde zwei blutjunge Talente aus dem Juniors-Kader zum Einsatz. Für Alex Gorgon und Mohamed Ouedraogo war das erste Testspiel im neuen Jahr zu Ende. 

In Minute 100 konnte sich erneut Daniel Antosch auszeichnen, als er eine Volley-Abnahme von Ex-Klagenfurter Sinan Karweina stark parierte. Den letzten Wechsel im Spiel vollzog Atdhe Nuhiu schließlich nach 107 Minuten. Mit Amir Abdiji kam ein weiterer Spieler der Juniors zu seinem ersten Einsatz für das Bundesligateam des SCRA – Marlon Mustapha ging vom Feld. 

Die beste Möglichkeit auf den Ausgleich hatte in der Schlussphase dann noch Mike Bähre, als ihm aus großer Entfernung beinahe ein sehenswerter Heber gelang. Ein Treffer hätte aber wohl ohnehin keine Anerkennung gefunden, da das Schiedsrichterteam ein Handspiel in der Entstehung ahndete. Somit blieb es bei der knappen Testspielniederlage, die angesichts der noch frühen Phase der Vorbereitung verschmerzbar ist. 

Zaric übernimmt zum Trainingslager-Start

Weiter geht es für die Rheindörfler mit dem Trainingslager in Wien. Erstmals vor der Mannschaft stehen wird dann auch der neue Cheftrainer Ognjen Zaric, der erst gestern seinen Vertrag unterschrieben hatte und deshalb heute noch Atdhe Nuhiu das Coaching überließ. 

FC Luzern vs. SCR Altach 2:1 (1:1) 
Samstag, 10. Jänner, 14 Uhr
Thermoplan Arena, Luzern

SCR Altach (Minute 1 - 60): Stojanovic; Gugganig, Demaku, Diawara, Oswald, Greil, Idrizi, Zech, Ingolitsch, Ouedraogo, Fetahu

SCR Altach (Minute 60 - 120): Antosch; Kronberger, Bähre, Mustapha (107. Abdiji), Jäger, Gorgon (Krstovic), Lang (TS), Yalcin, Milojevic, Massombo, Ouedraogo (91. Müller)