"Wir sind vorbereitet." - Philipp Netzer im Interview
Im Rahmen des Trainingslagers haben wir mit Philipp Netzer über seine Arbeit und den Kader gesprochen.
Im Rahmen des Trainingslagers haben wir mit Philipp Netzer über seine Arbeit und den Kader gesprochen.

Seit Sommer ist Philipp Netzer mittlerweile Sportdirektor bei den Rheindörflern. Im Rahmen des Trainingslagers in Wien haben wir mit ihm über die aktuelle Vorbereitung, mögliche Kaderanpassungen und seine bisherige Amtszeit gesprochen.
Die erste Trainingswoche und die ersten beiden Testspiele sind vorüber. Wie sind deine bisherigen Eindrücke von der Mannschaft und dem Trainerteam?
Die ersten beiden Testspiele und die erste Trainingswoche haben sehr viele Eindrücke geliefert. Die Spieler ziehen alle sehr gut mit, was richtig Spaß macht. Man merkt sehr deutlich, dass die Jungs hungrig, sehr engagiert und wissbegierig sind – insbesondere natürlich auch im Zusammenspiel mit dem neuen Cheftrainer. In Summe habe ich einen extrem positiven Eindruck. Auch beim Trainerteam nehme ich viele positive Eindrücke wahr. Dort werden natürlich sehr viele Gespräche geführt, auch wenn das erste Kennenlernen jetzt vorerst vorbei ist. Man merkt, dass der Teamgedanke im Vordergrund steht und das Teamgefüge gut harmoniert. Ich bin sehr froh, dass wir diese intensive Zeit so gut nutzen können und uns alle noch besser kennenlernen dürfen.
Aktuell befindet sich die Mannschaft im Trainingslager in Wien. Vor allem das DORMERO in der Seestadt ist bald schon eine zweite Heimat für das Team. Das Wetter ist allerdings nicht das Beste. Wie schätzt du die Bedingungen aktuell ein?
Ja, das DORMERO Hotel in der Wiener Seestadt ist wirklich schon fast wie eine zweite Heimat für uns. Wir fühlen uns dort sehr gut aufgehoben. Man kümmert sich gut um uns und wir werden optimal versorgt. Man kann sich also nur wohlfühlen hier vor Ort. Zu den weiteren Bedingungen: Das Wetter ist leider nicht so, wie wir es uns gewünscht hätten. Dennoch ist es so, dass wir in Vorarlberg beim Cupspiel und dem ersten Meisterschaftsspiel ähnliche Bedingungen vorfinden werden. Insofern sind wir darauf schon einmal eingestellt. Wir trainieren hier am ÖFB-Campus, dort sind die Trainingsbedingungen optimal. Wir haben Rasenplätze mit Rasenheizung. Da gibt es also definitiv nichts zu bemängeln. Wir sind da absolut bodenständig unterwegs und akzeptieren die Bedingungen so, wie sie sind. Das merkt man auch in der Mannschaft. Da überwiegt die Freude darüber, dass es wieder losgegangen ist. Bei der vielen Bewegung wird den Spielern sowieso nicht kalt. Entsprechend gibt es überhaupt keine Probleme mit den aktuellen Wetterbedingungen.
Wir werden optimal versorgt.
Philipp Netzer
Wie verändert sich der Arbeitstag für dich, wenn du mit der Mannschaft im Trainingslager bist im Vergleich zum Schnabelholz?
An meinem Arbeitstag verändert sich für mich grundsätzlich sehr wenig. Ich habe mir in meinem Zimmer ein kleines Büro mit Laptop, Handy und diversen Unterlagen eingerichtet. Ich bin in dieser Woche natürlich noch näher an der Mannschaft als sonst, was ich nutze, um Gespräche zu führen und die aktuelle Stimmungslage zu erheben. Das macht es für mich noch einfacher zu arbeiten, weil man mit dem Staff und der Mannschaft im selben Gebäude wohnt und so wirklich jede Minute sinnvoll nutzen kann. Es gibt ein sehr gutes Gefühl, wenn man sich morgens schon am Frühstückstisch trifft und auch sonst die Mahlzeiten gemeinsam verbringt und einfach sehr viel miteinander reden kann.
Aktuell ist auch das Transferfenster geöffnet. Beim SCRA gab es bisher mit Tino Casali und Leonardo Lukacevic zwei Abgänge. Wird es noch weitere Veränderungen am Kader geben?
Genau. Mit den beiden haben wir zwei Abgänge zu vermelden. Auf der Torhüterposition wird es keine weiteren Veränderungen geben, da wir mit Dejan, Paul und Daniel drei wieder voll einsatzfähige Tormänner haben. Wir werden uns sicherlich umschauen, wie wir die Position, die Leo hinterlassen hat, wieder neu besetzen können. Es kann durchaus sein, dass es noch die ein oder andere Veränderung geben wird. Aktuell gibt es aber nichts Konkretes zu vermelden. Wir sind aber definitiv vorbereitet, sollte es doch noch zu weiteren Abgängen kommen.
Wir sind aber definitiv vorbereitet, sollte es doch noch zu weiteren Abgängen kommen.
Philipp Netzer

Wie viele Telefonate, Mails und Nachrichten kommen in so einem Transferfenster am Tag bei dir zusammen? Glüht das Handy manchmal?
Das Transferfenster ist natürlich immer etwas intensiver, was Telefonate und Gespräche anbelangt. Da muss man oft das Handy einmal öfter am Tag aufladen als sonst. Ansonsten gilt es hier einfach, strukturiert zu arbeiten und alle Themen auch so abzuhandeln, wie es sich gehört.
Eine große Personalie konntet ihr mit dem neuen Trainer Ognjen Zaric vergangene Woche besetzen. Wie sieht dein Austausch in der ersten Woche mit ihm als Trainer aus?
Der Austausch in der ersten Woche ist natürlich sehr intensiv. Es sind einerseits viele neue Eindrücke für ihn. Andererseits sind es aber auch viele neue Eindrücke für die Mannschaft und für uns alle. Es ist natürlich eine sehr spannende Phase. Umso besser ist es, dass wir jetzt hier die Tage im Trainingslager nutzen können, um uns noch intensiver kennenzulernen, uns auszutauschen und die neu gewonnenen Eindrücke zu diskutieren. Es ist sehr spannend und intensiv, macht aber extrem viel Spaß. Man merkt auch in den Trainingseinheiten, in denen sehr intensiv und mit viel Feuer gearbeitet wird, dass wir da definitiv auf dem richtigen Weg sind.
Mit Timo Müller und Nemanja Krstovic sind zwei sehr junge Spieler dabei, die bis Sommer noch in der Akademie im Einsatz waren. Wie läuft der aktuelle Austausch mit der Akademie und können wir nach Filip Milojevic und Erkin Yalcin bald auch weitere junge Spieler aus der Region in der Bundesliga sehen?
Mit den beiden sind aktuell zwei junge Juniorsspieler mit im Trainingslager. Ich glaube, es ist ein sehr guter und optimaler Zeitpunkt, um diesen Jungs, die mit viel Talent und einer sehr guten Einstellung ausgestattet sind, die Plattform zu geben, über einen längeren Zeitraum bei der ersten Mannschaft dabei sein zu können und sich zu präsentieren. Mit Adrian Vonbrül wäre auch noch ein dritter Spieler dabei gewesen, der sich leider im Vorfeld verletzt hat. Das wird auch zukünftig der Weg sein, dass wir jungen Talenten immer wieder die Chance bieten wollen, sich zu beweisen und gemeinsam mit uns die richtigen Entwicklungsschritte zu setzen. Es wäre natürlich der Idealfall, dass junge Spieler aus der Region dann irgendwann in der Bundesliga bei uns spielen. Da wollen wir sie bestmöglich unterstützen und ihnen einen klaren Plan aufzeigen, aber diesen Weg trotzdem mit viel Geduld gehen. Ich glaube, es wird schwierig, wenn wir uns selbst unter Druck setzen und den Spielern nicht die nötige Zeit geben. Daher müssen wir Geduld bewahren, die richtigen Entwicklungsschritte setzen, die Jungs fördern und fordern – aber immer mit der nötigen Ruhe, dem richtigen Austausch, viel Kommunikation und einer realistischen Einschätzung der Spieler, um keinen negativen Druck auszuüben. Vielleicht muss man ihnen in gewisser Art und Weise auch bewusst den Druck nehmen. Von dem her denke ich, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Wir wollen sie bestmöglich unterstützen und ihnen Chancen bieten.

Wie würdest du dein erstes halbes Jahr als Sportdirektor resümieren?
Das erste halbe Jahr war eine sehr intensive Zeit. Obwohl ich in den letzten drei Jahren in sehr viele Prozesse involviert war, waren es dennoch viele neue Eindrücke. Die größte Änderung war sicher, dass man nun auch in der Endverantwortung steht, wenn es um Entscheidungen geht. Darum ist es mir auch sehr wichtig, in einem guten Austausch mit Eric zu sein sowie einen engen Austausch mit dem Trainerteam und der Geschäftsführung zu pflegen. Es macht mir auf jeden Fall sehr viel Spaß, ich bin mir der Verantwortung aber auch zu 100 % bewusst, sodass ich immer sehr wohlüberlegte Entscheidungen treffe, mit bestem Wissen und Gewissen handle und vor allem alles immer im Sinne des Vereins entscheide.
Was ist deine Prognose für die zweite Saisonhälfte?
So eine Prognose ist immer extrem schwierig. Ich denke, dass wir keine großen Veränderungen im Kader haben werden. Für mich ist auch hervorzuheben, dass wir trotz des Wechsels auf der Trainerposition weiter auf Kontinuität setzen. Auch beim Trainerwechsel war es uns sehr wichtig, den eingeschlagenen Weg – mit Adaptierungen, die vollkommen legitim sind – fortzusetzen. Das Gerüst, das wir im Kader vorfinden, und die Spielphilosophie wollen wir konsequent weiterführen. Ich bin sehr optimistisch, dass uns das gelingen wird, auch wenn uns bewusst ist, dass nochmals schwierigere Zeiten auf uns zukommen können. Wichtig ist, dass wir uns ständig selbst hinterfragen, sehr selbstkritisch bleiben und Adaptierungen vornehmen, wenn sie nötig sind. Dann bin ich positiv gestimmt, dass wir auch im Frühjahr konstante Leistungen zeigen, in schwierigen Phasen zusammenstehen und daraus gestärkt hervorgehen. Ich freue mich sehr auf die zweite Saisonhälfte – zumal uns als Verein mit dem Viertelfinale gegen den SK Sturm auch ein echtes Highlight erwartet.