Anna Bereuter kehrte zurück ins Ländle und brennt nun auf ihr Comeback. Ihr ehemaliger Verein FFC Vorderland ist mittlerweile in Altach beheimatet, ein Mitgrund weshalb sie sich für die Heimkehr nach Vorarlberg entschieden hatte. Im Interview mit scra.at erzählt die 20-Jährige von ihrer Zeit bei St. Pölten und von ihren Erfahrungen, welche sie mit dem Nationalteam gesammelt hat.

Anna, du kehrst nach zwei Jahren in St. Pölten wieder ins Ländle zurück. Was war ausschlaggebend für den Wechsel?

Ich bin ein sehr familienverbundener Mensch, was einem Wechsel zurück ins Ländle sehr entgegen gekommen ist. Das Projekt in Altach habe ich das letzte Jahr intensiv verfolgt und war über die Entwicklungen des Frauenfußballs in Vorarlberg sehr positiv gestimmt.

Du warst ja von 2017 bis 2020 bereits Teil unseres Teams, kennst also noch viele Spielerinnen. Wie wurdest du wiederaufgenommen?

Ich habe mich seit Tag eins meiner Rückkehr willkommen gefühlt. Zu vielen Spielerinnen hatte ich auch während meiner Zeit beim SKN St. Pölten noch Kontakt. Umso mehr freut es mich, dass wir nach langer Zeit wieder zusammen an Platz stehen können.

Nach einem durchwachsenen Herbst und einer starken Rückrunde, stand am Ende der vergangenen Saison Platz sechs für die SPG zu Buche. Im Cup ging es bis ins Halbfinale. Wie hast du die sportliche Entwicklung in den beiden Jahren deiner Abstinenz verfolgt?

Die SPG war natürlich immer in meinem Hinterkopf. Zum einen, weil viele Freundinnen dort gespielt haben, zum anderen, weil das Projekt der Spielgemeinschaft zwischen dem FFC Vorderland und dem SCR Altach österreichweit einzigartig ist. Sportlich gesehen war es eine erfolgreiche Saison, in der sich die beiden Vereine zunächst einmal kennengelernt und gut entwickelt haben. Für diese Saison bin ich sehr gut gestimmt und mein Ziel ist es, oben mitspielen zu können.

Ihr seid mit einem 19:0 Erfolg im Cup souverän in die neue Saison gestartet. Im ersten Spiel der Liga wartet mit Bergheim der Vorletzte der zurückliegenden Saison. Mit welchem Gefühl gehst du in den Ligaauftakt?

Mit einer großen Vorfreude. Wir haben eine lange Vorbereitung hinter uns und sind alle schon heiß auf das erste Spiel in der CASHPOINT Arena. Wir wissen alle, dass das Spiel in Hof unausgeglichen war aufgrund des Klassenunterschiedes. Gegen Bergheim erwartet uns mit Sicherheit eine größere Herausforderung.

Als Kind habe ich oft davon geträumt einmal mit den ganz Großen mitspielen zu dürfen, doch dass dieser Traum jemals in Erfüllung gehen könnte, hätte ich nicht gedacht.

Anna Bereuter

Du wurdest vergangene Saison erstmals ins Nationalteam einberufen und durftest erste Erfahrungen sammeln. Hast du dir jemals erträumt, ein Teil der Nationalmannschaft zu sein?

 Als Kind habe ich oft davon geträumt einmal mit den ganz Großen mitspielen zu dürfen, doch dass dieser Traum jemals in Erfüllung gehen könnte, hätte ich nicht gedacht. Es war eine riesengroße Ehre mit Spielerinnen wie Sarah Zadrazil, Carina Wenninger, Sarah Puntigam und viele weiteren gemeinsam am Trainingsplatz stehen zu dürfen. Es war eine sehr lehrreiche Zeit, die mir vor allem aufgezeigt hat, wie und wo ich mich noch verbessern muss. 

Thema Nationalmannschaft: Wie hast du die Frauen EM erlebt und dabei auch speziell das Abschneiden der ÖFB-Teams?

Ich habe die EM mit großer Freude verfolgt. Vor den Leistungen der österreichischen Nationalmannschaft kann ich nur meinen Hut ziehen. Ich habe selten eine Mannschaft gesehen, die mit so viel Leidenschaft und Ehrgeiz Fußball spielt. Man sieht, dass die Entwicklung auch im internationalen Bereich in die richtige Richtung geht.

Durch die tollen Leistungen ist momentan ein echter Frauenfußball-Boom zu spüren. Wie kann es gelingen, dass dieser langfristig anhält?

Die Talenteförderung spielt in diesem Fall eine enorm große Rolle. Immer mehr Vereine gründen Frauenmannschaften, in denen jede ihren Platz finden kann. Speziell das Projekt Mädchen an den Ball begeistert junge Mädels zum Fußballspielen. Fußball ist ein Spiel für jede und jeden!

Noch einmal zurück zu dir persönlich: Du warst vergangene Saison bei St. Pölten bis zu deiner Erkrankung Stammspielerin, und bist als gestandene Spielerin zurückgekehrt. Wie siehst du deine Rolle bei der SPG?

Ich durfte beim SKN St.Pölten unglaublich viel lernen und konnte wichtige Erfahrungen sammeln. Diese Erfahrungen möchte ich nach Altach mitnehmen und dem Team so gut wie möglich dabei helfen oben mitzuspielen. Wichtig wird es sein, dass wir nicht übermotiviert in die Saison reinstarten. Wir müssen uns kontinuierlich verbessern und von Spiel zu Spiel denken. Nur so kann ein positives Abschneiden gelingen.

Der SPG Altach / Vorderland sind diesen Sommer einige tolle Neuverpflichtungen gelungen, dazu wurden Verträge mit Leistungsträgerinnen verlängert. Wie gut harmoniert die Mannschaft bereits und was traust du euch zu? 

Auf und neben dem Platz verstehen wir uns bereits alle sehr gut. Es sind Kleinigkeiten, die es noch zu verbessern gilt, jedoch bin ich sehr positiv für die anstehende Saison gestimmt. Ich hoffe, wir erwischen am Samstag einen gelungenen Saisonstart und können viele Zuschauer im Schnabelholz in Empfang nehmen. Zusammen mit den Altacher Juniors wollen wir unseren Ligastart in ein Fußballfest verwandeln!

Steckbrief: 
Name: Anna Bereuter
Geburtsdatum: 27.11.2001
Nationalität: Österreich
Position: Abwehr