Als klaren Außenseiter bezeichnete Trainer Ludovic Magnin seine Mannschaft vor dem Duell mit dem LASK. Dass dem SCR Altach diese Rolle steht, machte sich auch beim nächsten Punktgewinn in der Qualifikationsgruppe bemerkbar. Die Linzer fanden zu wenig klare Chancen vor, um den Dreier aus Vorarlberg mitzunehmen. Auf Altacher Seite hätte beinahe Noah Bischof den Goldtreffer erzielt. Schlussendlich bleibt es bei einem torlosen Unentschieden.

Personell gab es nach dem 3:0 Erfolg im Tirol nicht all zu viel zu verändern. Einzig Mika Nanizayamo musste angeschlagen aussetzen, Kapitän Philipp Netzer gab dadurch sein Startelf-Comeback. Der SCRA agierte erneut im 3-5-2 System und setzte auf die Schnelligkeit der eigenen Angreifer.

Gleich in der ersten Minute ein Aufschrei in der Arena: Bischof spitzelte im Strafraum die Kugel in Richtung Monschein, der Pass wurde im letzten Moment noch weggegrätscht. Dennoch ein mutiger Beginn der Hausherren, welche kurze Zeit später erneut mit Bischof einen Stürmer im Strafraum fanden (3.). Noah konnte allerdings den Ball nicht ausreichend kontrollieren. Der LASK wurde zum ersten Mal in Minute 6 vorstellig: Nakamura prüfte Tino Casali per Dropkick. Der Altacher Schlussmann mit einer sehenswerten Flugparade zum Corner, welcher nichts einbrachte.

Verteidiger-Duo mit Doppelchance

In einer lebhaften Anfangsphase verbuchte der SCRA die erste Großchance der Partie: Nach einer Ecke scheiterten zuerst Netzer, im Anschluss Strauss per Kopf an Schlager (8.). Das hätte durchaus die Führung sein können. Getragen von 4.034 Zuschauern bestimmten die Altacher in der ersten Viertelstunde weitestgehend das Geschehen. Nach gut 20 Minuten, nachdem der LASK immer besser in die Partie fand, musste das Spiel unterbrochen werden. Der Linzer Anhang warf rosafarbene Rauchkörper auf den Platz.

Nach der unnötigen Pause zeigte Altach abermals die wiedergewonnene Standardstärke: Abermals kam Kapitän Netzer mit der Birne zum Abschluss. Dieses Mal hatte Schlager weniger Mühe (24.). Defensiv verteidigte man bis dahin alles weg: Der LASK versuchte stets seine schnellen Flügelspieler einzusetzen, jedoch die Dreierkette putzte entweder per Kopf aus oder gewann die Zweikämpfe im Eins-gegen-Eins. Bis zur Halbzeit flachte die Partie ab, in den Strafräumen spielte sich keine nennenswerte Szene mehr ab. Einzig Sako verewigte sich noch auf dem Spielberichtsbogen: Der Linzer Verteidiger sah nach einem Foul an Monschein den gelben Karton. 0:0 zur Pause.

Tumult zum Auftakt

Die zweite Hälfte wurde quasi mit einer Rudelbildung eröffnet. James Holland war mit einem Einsatz von Noah Bischof überhaupt nicht zufrieden und machte es dem jungen Stürmer anschließend deutlich. Bis auf Casali und Mischitz versammelten sich alle Protagonisten an der Mittellinie – Filipovic und Bischof wurden verwarnt. In diese hitzige Phase gesellte sich eine Abschlussmöglichkeit für den LASK: Flecker zog nach einer Ecke im Strafraum ab, Netzer blockte (53.). Als sich das Spiel wieder emotional beruhigte, rutschte Nakamura im Fünfmeterraum am Ball vorbei (59.). Dem Japaner fehlte eine halbe Fußsohle zur Führung. Diese hatte zwei Minuten später Bischof für den SCRA auf dem Kopf: Nach perfekter Flanke von Schreiner kam der junge Stürmer ungehindert am langen Eck zum Abschluss, Schlager vereitelte diese Großchance.

In der 65. Minute griffen beide Trainer zum ersten Mal in die Trickkiste: Altach brachte Nuhiu für Bischof, der LASK Horvath für Goiginger und Balic für Hong. Am Spiel selbst änderte sich vorerst wenig, wobei die Athletiker nach und nach ungeduldiger wurden. Haudum dann der nächste Name auf der verwarnten Liste – sah nach einem Foulspiel seine 4. Gelbe in der laufenden Spielzeit.

Ungenutzte Chancen auf beiden Seiten

Für die Schlussviertelstunde brachte Magnin weitere frische Kräfte: Tartarotti und Bumberger ersetzten Gaudino und Netzer. Einwechselspieler sorgten im Anschluss für Torgefahr hüben wie drüben. Zuerst setzte Nuhiu den Ball knapp am Tor vorbei (78.), im Gegenzug zielte Balic zu ungenau. Eine sehr gute Gelegenheit ließen die Linzer nach 82 Minuten aus. Sako kam am langen Pfosten frei mit dem Kopf zum Abschluss, traf allerdings den Kasten von Casali nicht.

Fünf Minuten vor dem Ende war der Mann von der Elfenbeinküste wieder hinten gefordert, als er Monschein entscheidend an der Seitenlinie ablief. Der SCRA hätte ansonsten eine Zwei-gegen-eins Situation vorgefunden. Auf der anderen Seite ein wichtiges taktisches Foul von Bumberger (89.), indem er durch Halten einen gefährlichen Linzer Konter zu Nichte machte. Und die zweite Hälfte endete ident wie sie begonnen hatte: mit einer Rudelbildung, welche in zwei Gelben endete. Felix Strauss muss damit im Rückspiel zuschauen, seine 9. im Bewerb hat die nächste Sperre zur Folge.

Der SCR Altach bleibt damit auch im fünften Spiel der Qualifikationsgruppe ungeschlagen und hat nun einen Punkt Vorsprung ans Tabellenende. Zudem spielte Tino Casali zum zweiten Mal in Folge zu Null – ein Novum in dieser Saison. Kommendes Wochenende findet in Linz das Rückspiel statt, in welchem man die Serie weiterführen will.


CASHPOINT SCR Altach vs. LASK 0:0
Samstag, 16. April 2022, 17:00 Uhr
CASHPOINT Arena, 4.043 Zuschauer